Sanguinary Trance – Wine, Song and Sacrifice

Sanguinary Trance - Wine, Song and Sacrifice

Vor kurzem überzog ein breites Grinsen mein Gesicht, als ich endlich mal wieder eine Erstveröffentlichung von einer Black Metal Band auf Tape in die Hände bekommen habe. Ich freue mich jedes Mal riesig über derart gestaltete Musik, zumal im Wahn aller Veröffentlichungen mittlerweile so viel gute Musik untergeht. Leider! Und mit „Wine, Song and Sacrifice“ von Sanguinary Trance hat es dann auch noch ein richtiges Schmankerl in mein Tapedeck geschafft.

Sanguinary Trance starten auf ihrer Debütveröffentlichung direkt mit dem Titeltrack, der wegen seiner Länge von 13 Minuten die komplette Seite A einnimmt. Nach einem etwas unheimlichen Intro bekommt man die volle Kelle des 90er Black Metals um die Ohren geschleudert. Roher Sound und kreischender, mit Hall belegter Gesang zu flirrenden Gitarren, welche mich positiv an eine Mischung aus alten Abigor und früheren Emperor erinnern. Ich bin hin und weg, ob der Brutalität oder auch der Stimmung wegen, die hier mit einfachen Mitteln erzeugt wird.

Über die Bandmitglieder ist nichts bekannt und auch nicht in Erfahrung zu bringen. Das Anschreiben zum Tape, welches übrigens auf nur 50 Einheiten limitiert ist, wurde von R. unterzeichnet. Die minimalen Infos auf dem Einleger der Kassette geben bekannt, dass S. Spulak hier die Drums gespielt hat, was er auch schon bei Berserk und Kæltetod getan hat. Lanz, der unter anderem bei Amestigon und Der Blutharsch tätig ist, hat ein paar Gitarren hinzugefügt. Der Norweger Kark von Dødsengel, hat das Mastering übernommen.

Auf Seite B erwarten uns dann zwei weitere Songs, die sich zwar vom Titeltrack unterscheiden, aber trotzdem wie aus einem Guss scheinen. „Carvings“ ist dissonanter und chaotischer als der mächtige Titeltrack, was man auch genauso von „The Dionysos Whip“ behaupten kann, das noch dissonanter wirkt und eher an die modernen Abigor erinnert.

Wie man es auch dreht und wendet, ich bin begeistert von dieser 3-Track-EP, die meine Liebe zum Black Metal Underground wieder ordentlich angefacht hat, wodurch ich Sanguinary Trance auf jeden Fall weiter auf meinem Zettel behalten werde. Sowohl Sound wie Spielweise haben mich vollends überzeugt! Falls die Möglichkeit, an eines der 50 Tapes zu kommen, nicht mehr existieren sollte, kann auch die digitale Version direkt über die Bandcamp-Seite erstanden werden.