Shuulak – Citrinitas

Shuulak - Citrinitas

Die EP „Citrinitas“ von Shuulak hat mich wirklich vom Fleck her überzeugt. Dabei schaffen es die Niederländer schon rein mit ihrer Aufstellung ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nicht nur, weil sie ihrem Bandnamen nach vielleicht der noch nicht erschlossenen Sparte des Voodoo Metals oder etwas in der Art angehören könnten (wobei Shuulak der Name eines babylonischen Dämons ist, was auch super passt), sondern vor allem mit der Präsenz von gleich zwei hübschen Damen im Line-Up, genauer am Bass und der Leadgitarre. Das Ganze mag deswegen vielleicht ein wenig an die polnische Combo Crystal Viper erinnern, wobei hier mit Bastiën Baron ein sehr charismatischer Frontmann mit einer absolut starken, sicheren und variablen Stimme, die sich in Zukunft sicherlich noch viel Gehör verschaffen wird, und nicht eine Walküre am Mikro steht. Doch während Crystal Viper nur dem traditionellen Heavy Metal Tribut zollen, bewegen sich Shuulak locker flockig, als ob es das Natürlichste auf der Welt wäre, auch ein wenig in die progressiven Landstriche des Metals hinein. Die frohlockenden Gitarrenanschläge und -harmonien sowie der tief dröhnende, sich gut auswälzende Bass erinnern zuweilen nicht nur an Bands wie Iron Maiden sondern auch an die Frühwerke von Symphony X oder gar an die US-Doom-Metaller von Khemmis, was die Spannweite an Shuulaks musikalischen Möglichkeiten noch ein Stück weit erweitert. Das Ganze passiert jedoch ohne blind zu kopieren, die progressiven Anteile werden vielmehr auf ihre eigene Art und Weise ganz individuell in den traditionsreichen Stahl des Heavy Metals eingearbeitet. Der groovige Anfangspart von „The Chosen“ macht dies mehr als offensichtlich – hier wird man sofort gefangen genommen, so dass es einfach unmöglich ist, sich aus dem melodischen Griff dieses Songs herauszuwinden. Für die beiden nachfolgenden Stücke „Altar of Gods“ und „Chaosborn“ gilt im Grunde genommen dasselbe. Die komplette EP, von der ruhigen vierten, als Outro fungierenden Nummer mal abgesehen, ist mit Uran-artiger, garantiert hochexplosiver sowie fuchsteufelswilder Abwechslung angereichert und dazu noch mit einer sehr ausgewogenen Epik-Zugabe verfeinert. Das verursacht einen mächtigen und sehr direkten Impact, weshalb ich mir absolut sicher bin, dass die Band es mit dieser Qualität ziemlich weit, wenn nicht vielleicht sogar an die Spitze des Metal-Tempels schaffen könnte.

In der Gesamtheit ist „Citrinitas“ einfach nur eine verdammt gute EP, die jedes Mal viel zu schnell durch die Gehörgänge saust! Auf die beiden anderen EPs „Nigredo“ und „Albedo“ von 2017 und 2018 trifft dies ebenfalls zu. Wirklich interessant ist auch das sich wie ein roter Faden durch alle drei EPs durchziehende Artwork-Design mit den gespiegelten und gegensätzlichen Frauenbildnissen, welches mich vom Prinzip her direkt an die Masken von Symphony X erinnerte. Aber egal wie man es sieht, Freunde des melodischen Heavy Metals müssen hier vollen Support-Eid leisten – faule Ausreden sind zwecklos! Ich für meinen Part harre einer baldigen physikalischen Veröffentlichung entgegen.