Skyforest – Unity

Skyforest - Unity

From Russia with beautiful black love…
– Kommentar auf bandcamp.com

Echte Schätze müssen keineswegs unbezahlbar sein. Skyforest aus dem russischen Podolsk in der Nähe von Moskau beweisen mit ihrem frisch erschienenen, hochatmosphärischen Album „Unity“, dass der Spruch „was nichts kostet, ist nichts wert“ völliger Humbug ist. Für einen schlappen Euro ist das brillante Werk bereits in digitaler Form erhältlich – wer lieber etwas Handfestes sein Eigen nennen möchte, der muss zwar etwas mehr berappen, im Vergleich zu mancher „hochkarätigen“ Produktion sind das aber immer noch Peanuts.

Ich weiß, über Geld redet man nicht. Aber in diesem Fall konnte ich es mir nicht verkneifen. Das hat nicht im Geringsten etwas mit einer Geiz-ist-geil-Mentalität zu tun. Im Gegenteil: Dass Skyforest es ihren Hörern selbst überlassen, wie viel ihnen „Unity“ tatsächlich wert ist, finde ich höchst respektabel.

Doch genug der monetären Nebensächlichkeiten. Kommen wir lieber zur eigentlichen Sache, und das ist die Musik hinter dem Projekt. Schließlich weiß immer noch niemand, was hier eigentlich vorgestellt werden soll. Skyforest – das klingt im Zusammenhang mit dem wunderschön gemalten Schwan auf dem Cover ziemlich verträumt. Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass es auf „Unity“ nicht ganz so düster vonstatten geht, wie auf manch anderem hier vorgestellten Album. Während der elektrisierenden 43 Minuten Spielzeit der CD bekommt man intensiven, dichten, abwechslungsreichen und beinahe episch-atmosphärischen Post-Metal um die Ohren gehauen. „Unity“ geht tief unter die Haut und löst dieses ganz besondere Kribbeln eines Glücksgefühls im Bauch aus. B.M. – der kreative Kopf von Skyforest, der sich mit aller künstlerischen Freiheit hinter diesen kryptischen Initialen versteckt – bezeichnet das auf der Bandcamp-Seite von Skyforest als „positive and hopeful vibe“. Und der ist mit jeder Note spürbar. „Unity“ erzählt in seinen sieben Songs von der Verbindung des Menschen zur Natur und zu sich selbst. Und das auf eine warme, verträumte und fröhliche Art und Weise, so dass man selbst dann einen guten Zugang zu diesem Album bekommt, wenn man nicht unbedingt ein Freund krächzend-kreischiger Stimmlagen ist, die ebenso häufig das Gesangsbild der Scheibe färben, wie die zum Teil herrlich gehauchten Klargesang-Parts und stimmungsstarken Instrumental-Momente.

Obwohl es sich bei Skyforest eigentlich um ein Solo-Projekt handelt, ist es nicht ganz die One-Man-Show, die man des öfteren in diesem Genre antrifft. Für „Unity“ hat sich B.M. schlagkräftige Gastunterstützung besorgt. Michael Rumple, bekannt von den Projekten Súl ad Astral und Forestfather, bringt den klaren Gesang mit ein (außer in den Stücken „A Graceful Spirit“ und „Fading Glow“), während Robert Bekić (Synkretismos Mutare) mit der Tin-Whistle für musikalische Abwechslung sorgt. Der Rest – und das ist eine ganze Menge – enstammt den fließigen Händen und Stimmbändern von Multitalent B.M., der zusätzlich noch an einer Reihe anderer Projekte arbeitet, die nicht immer etwas mit Metal zu tun haben (bspw. A Light in the Dark und Hiki).