Steingrab – Manifestierte Alpträume

Steingrab - Manifestierte Alpträume

Zugegeben, Live-Alben sind in der Regel so gar nicht mein Fall, aber beim vorliegenden Machwerk von Steingrab ist eine wirklich einzigartige Stimmung eingefangen worden. Eigentlich ein Soloprojekt von Mahr, ist dieses Album dem letzten Live Line-Up gewidmet und rundet auch gleich noch das 10-jährige Bestehen der Band ab. Gleich im ersten Song „Mystik“ kommen sämtliche Stärken von Steingrab zum Vorschein – schöne und beinahe schon romantische Akustikgitarren, atmosphärische Keyboard-Flächen und abwechslungsreicher Gesang. „Der Spiegel“ ist mit über 8 Minuten der längste und atmosphärischste Song und wartet mit tollen Streicher- und Piano-Arrangements auf. Bei „Jahre nach der Pest“ fühle ich mich sogar etwas an alte Emperor erinnert, wobei allen Titeln eine gewisse Eigenheit und Komplexität innewohnt. Am ehesten kann man das vielleicht noch mit frühen Dornenreich-Werken vergleichen, wobei mich der Klargesang ein wenig an Mosaic erinnert.

Da dies meine erste Berührung mit Steingrab ist, wäre „Manifestierte Alpträume“ bei mir glatt als ein reguläres Album durchgegangen, auch wenn es sich dabei, wie es bei Konzert-Auftritten in der Regel üblich ist, um eine Schnittmenge des bisherigen Schaffensprozesses der Band handelt. Soundtechnisch weiß das Album auch sehr zu gefallen, ist es doch recht sauber aufgenommen und insgesamt ziemlich organisch gemischt – für meinen Geschmack gibt es somit kaum etwas zu bemängeln. Somit kann ich jedem, der an atmosphärischem und teilweise symphonischem Black Metal mit viel Melodik interessiert ist, eine ganz klare Empfehlung aussprechen!