The Howling Void – Nightfall

The Howling Void - Nightfall

Bevor sich hinterher jemand enttäuscht zeigt, will ich eines direkt vorweg nehmen: Wer Action sucht, ist mit der „Nightfall“ von The Howling Void definitiv falsch bedient. Auch wirklich Neues sucht man auf dem gut einstündigen Album eher vergebens. Stattdessen bekommt man Altbewährtes, das man zwar auch woanders hätte finden können aber… Wie war das mit dem Rad und der Neuerfindung? Mag sein, dass ich euch nicht gerade den Mund wässrig mache. Wenn ihr allerdings auf Funeral Doom, düsterdunkle Atmosphäre und instrumentalen Black Metal im Allgemeinen steht, könnt ihr bei The Howling Void ruhig einen Reinhörer riskieren.

„Nightfall“ ist ein schleichendes Album, das wie graue Nebelschwaden durch dichte Wälder zieht und nur langsam die Dunkelheit mit sich trägt. Bereits der Opener „A Long Days Journey Into Night“ ist nicht nur namentlich für das Gebotene bezeichnend, sondern gibt auch gut die Richtung des Albums vor: Die schwere, düstere Grundstimmung von Tristesse und Melancholie wird nur ab und zu von sanften Klavierszenen, dezent hintergründigem Klargesang und diversen anderen Feinheiten unterbrochen. Wenig greifbare Emotionen zwar, aber nichtsdestotrotz konnte mich „Nightfall“ überzeugen. Es ist vielmehr dieser leicht meditative, entspannende Aspekt, der mich fasziniert.

Dass hinter dem Projekt The Howling Void lediglich eine Einzelperson steht, mag nicht weiter überraschend sein. Immerhin ist das in diesem Genre durchaus häufiger der Fall. Leider scheint sich Ryan – der Kopf hinter dem Projekt – stilistisch bereits ziemlich eingeschossen zu haben und Neuerungen oder Experimenten eher verschlossen gegenüber zu stehen. Das kann man mögen oder eben nicht. Tatsache ist, dass die Diskographie der Ein-Mann-Band so nicht unbedingt mit Abwechslungsreichtum glänzen kann. Auch das kann man mögen – oder eben nicht. Schlecht ist das Howling-voidsche Hörgut auf keinen Fall. Zum echten Aha-Erlebnis fehlt aber noch ein gutes Stück.

(Foto: © The Howling Void)