„The Mist Bearer“ – A Diadem Of Dead Stars

A Diadem Of Dead Stars - The Mist Bearer

Ich bin doch sehr überrascht, was für Schätzchen das chinesische Label Pest Productions hin und wieder raushaut. Sie veröffentlichen zwar viele Alben, aber eher in Richtung DSBM – mal abgesehen von Alda oder Vallendusk. Umso überraschender und erfreulicher, dass Pest im März „The Mist Bearer“ auf CD veröffentlichen werden. Hier erwartet den Hörer eine instrumentale Atmospheric-Black-Metal-Ein-Mann-Band aus Griechenland.

A Diadem of Dead Stars wurde erst letztes Jahr gegründet, es ist folglich also noch ein sehr junges Projekt – und ja (einige werden es schon bemerkt haben), der Bandname ist vom Debütalbum der US-Black Metaller „Wolves in the Throne Room“ inspiriert. DER Grund, warum auch ich aufmerksam wurde, als ich den Namen las. Glücklicherweise kann ich dem Leser aber versichern, dass es sich hierbei um keinen billigen Abklatsch oder dergleichen handelt. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass es auf „The Mist Bearer“ keinen Gesang gibt, aber dennoch stellenweise einige Chöre verwendet werden. So kommt das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente viel besser zum Ausdruck und der Hörer kann sich auf feinste Nuancen konzentrieren.

Besonders die Steigerung der Schnelligkeit in dem 17-minütigen Song „The Call of Perished Gods in the Echoing Roars of Thunders“ erzeugt eine ungeheure Spannung, und zu meinem Frohlocken ufert das Ganze ab der elften Minute in einem delikaten Hörgenuss aus: Hier prasseln die Drums und die Gitarren gehen in post-rock-artigen Solos nahtlos ineinander über! Ein sehr natürliches Klangbild bestehend aus Akustikgitarren, E-Gitarren, Drums, dezenten Synths und Field Recordings. Was für eine Inspiration muss hier die griechische Landschaft auf The Pilgrim (so nennt sich der Künstler selbst) gehabt haben? Berge müsste man vor der Haustüre haben!

Das Herzblut dieses Musikers ist jedenfalls unüberhörbar auf „The Mist Bearer“ gebannt. Auf seiner Bandcamp-Seite gibt’s das Debüt bereits in digitaler Form für schlappe 2€ oder wer möchte auch mehr.

(auch veröffentlicht im Hammerheart Fanzine #9, Mai 2015 / Bild: © A Diadem of Dead Stars)