Úir – Tein​​-​​Éigin

Úir - Tein​​-​​Éigin

Als ich kürzlich erfuhr, dass Saor dieses Jahr in Glasgow spielen, entschieden meine Frau und ich uns spontan dazu, „einfach mal dort vorbeizuschauen“. Daraus resultieren logischerweise ein weiterer Schottland-Urlaub und eine immense Vorfreude! Letztere schließt auch die aus Edinburgh stammende Band Úir mit ein, welche dort ebenfalls spielen wird. Noch recht unbekannt möchte man sagen, aber dafür mit einem fantastischen Logo von dem italienischen Designer View From The Coffin ausgestattet, und das macht schon ein bisschen was her…

Die erste Veröffentlichung „Tein​-​Éigin“, was aus dem Gälischen ins Englische übertragen soviel wie „Force-Fire“ bedeutet, ist ein Feuer, das durch Reibung erzeugt wird, und, laut dem Volksglauben in den schottischen Highlands, ein Mittel gegen Verhexung, die Seuche und andere infektiöse Krankheiten darstellte. Meinen Recherchen zufolge ist die Entzündung solch eines Feuers eine Art Ritual gewesen. Es gibt eine genaue Vorgehensweise wie die Äste gerieben werden, um diese Hitze zu erzeugen. Das Heilende an dem Feuer soll der eingeatmete Rauch gewesen sein. Klingt spannend oder? Diese altertümlichen Thematiken sind es, die Úir auf ihrer EP thematisch behandeln, und wodurch eine Art Scottish Heritage Black Metal entsteht. Der gälische Name der Band ist auch nicht zufällig gewählt: Úir heißt nämlich Erde oder Boden, was bei mir für ein Aha-Erlebnis sorgte, als die Band mich diesbezüglich aufklärte, nachdem ich ihr das von mir gemachte Foto mit dem Tape auf einem Maulwurfshügel vorstellte. Da muss mich wohl etwas Spirituelles geleitet haben, haha…

Vom Klang her ist der Sound der EP relativ ungeschliffen, was aber auch einen gewissen Reiz ausmacht, denn die Highlands sind es ebenso. Man findet hier eine spezielle Rauheit, Monotonie, aber auch Schönheit, die stellenweise ins Psychedelische wechselt, um dann wieder in Raserei auszubrechen. Ich würde ihn nicht als einen typischen Atmospheric Black Metal bezeichnen. Er klingt düsterer, rauer, nicht allzu sehr auf Melodie ausgelegt, fast schon dem wechselhaften Wetter gleich, das man in Schottland stets antrifft. Sicherlich lässt sich hier noch einiges verbessern, und in der Zukunft werden bestimmt neue Ideen die Musik von Úir bereichern. Aber zunächst freue ich mich auf Ihre Live-Darbietung sowie auf das Anstoßen mit einem leckeren deutschen Bier aus unseren Waldhalla-Empfehlungen, welches ich den Jungs als Mitbringsel versprochen habe. Sláinte!


As I recently found out that Saor are playing a gig in Glasgow this year, my wife and I spontaneously decided to „just go there“. Logically, this is another holiday in Scotland, with an immense anticipation! This also includes Úir, hailing from Edinburgh, which will also be playing there. Still quite unknown, but provided with a fantastic logo by the Italian designer View From The Coffin, which isn’t half bad…

The first release „Tein​-​Éigin“, which translates as „force-fire“ from Gaelic into English, is a fire that was made by friction. It has been a practice in the Scottish Highlands against bewitching, the plague and other infectious diseases. According to my research, the ignition of such a fire has been a kind of ritual. There is a specific approach to how the branches are rubbed to produce heat. The inhalation of the fire’s smoke is said to be what’s healing. Sounds exciting, doesn’t it? Through this ancient topics, that are handled on their EP, Úir are creating some kind of Scottish heritage black metal. The Gaelic name of the band isn’t chosen by chance as well: Úir means earth or soil. I was wondering about that after the band told me, because the photo with the tape was taken on a mole hill. It seems like something spiritual must have guided me, haha…

The sound of the EP is relatively coarse, but gives it a certain appeal, because the Highlands are coarse as well. You can find a special roughness, monotony, but also beauty, which changes into the psychedelic sometimes, and then bursts into furiousness again. I wouldn’t call it typical atmospheric black metal. It sounds dark, rough, not that much melodic, just like the changeable weather, which is ever present in Scotland. Certainly there’s still a lot to be improved here, and in the future new ideas will enrich the music of Úir. But first I am looking forward to their live performance as well as drinking a delicious German beer from our Waldhalla recommendations together, which I promised to the lads as a souvenir. Sláinte!