Varulv – Wolfszorn

Varulv - Wolfszorn

Sei wachsam, gib Acht – ein Werwolf lauert in der Nacht… Da die varulvschen „Sagenlieder“ sich dermaßen fest in meinen Ohren festgebissen haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis mich auch die früheren Werke der österreichischen Werwölfe überraschend heimsuchen sollten. Nun ist es wieder soweit, denn ich bekam den geballten und unbändigen „Wolfszorn“ zu spüren. Wer Black Metal heftig ausartend, dazu leicht melodisch und klassisch madig mag, der ist bei Varulv blutrichtig. 2015 war wohl das Jahr des Wolfszorns. So haben die Österreicher ihre düsteren Verstecke in den alpinen Bergregionen verlassen und sind zum zweiten Mal auf Beutezug gegangen, vor allem um den hartgesottenen Softmetallern ihre Hoden samt Stängel abzuknabbern. Die Mucke ist schließlich absolut nichts für Weicheier! Der Name ist hier Programm: Nach vorne ohne Gnade jagende, die Zähne in ahnungslose Opfer schlagende und auf diese Weise neue Mitstreiter rekrutierende Riffwölfe, nur hier und da kurze, richtungswechselnde Orientierungspausen zulassend. Bei dem bestialischen Höllenkrach und dem Gekreische von Irrah darf auch mal gepflegt gewütet werden, denn so Lyrics wie „Grauer Schatten der Nacht, Wolfszorn entfalte deine endlose Macht“ stacheln die zügellose Rage permanent an und gießen regelrecht neues Öl in die Flammen des unbestreitbaren Verderbens. Songtitel wie „Witchhunter“, „Die elende Knechtschaft“, „Galgenblueten“ oder „Pesthauch“ treffen auch stets mit tödlicher Präzision in die Eingeweide des Zuhörers, da sie pechschwarz eingefärbt und alles andere als irgendwelche lebensfrohe Schönwetter-Botschaften verkünden. Neben der andauernd wütenden Raserei lässt sich zwischendurch aber auch etwas Zwielicht in der Finsternis ausmachen. Mal eine triumphierend aufsteigende Atmosphäre, mal eine sich wie vor Schmerzen windende Melodie, wie etwa zu Beginn von „Galgenblueten“, einem Song, nach dem das neue Logo der Band gestrickt wurde. Wer „Sagenlieder“ gut findet und im Allgemeinen auf einen sehr rabiaten Black Metal steht, der sollte sich auch diese CD (unter den Nagel) reißen!