Viznat – Von fernher in den Untergang

Viznat - Von fernher in den Untergang

Hinter Winterwolf Tonschmiede, wo diese halbe Stunde Lo-Fi erschienen ist, stehen allenfalls eine Handvoll Musiker, die unter verschiedenen Bannern mehr oder weniger ein und dasselbe machen – Black Metal mit klar erkennbarem Projektcharakter, auch weil es sich wie in diesem Fall oft um Alleinunterhalter handelt. Viznat sind also eine Ein-Mann-Armee, und „Von fernher in den Untergang“ kompiliert erste Demoaufnahmen des federführenden Süddeutschen.

Um eine erste Visitenkarte abzulegen, hätte man sich auf allen Ebenen mehr Liebe zum Detail gewünscht, was bei der nichtssagenden visuellen Gestaltung der Veröffentlichung anfängt und in der Musik gipfelt, die unter den für Solounternehmen üblichen Kinderkrankheiten leiden: Der Sound ist verwaschen und drucklos, der Drumcomputer holprig programmiert, und der billig bis kitschig tönende Synthesizer omnipräsent.

Letzteres muss man Viznat besonders schwer zu Lasten legen, weil wir hier immerhin von Metal sprechen. Die teils künstlich in die Länge gezogenen Tracks, wie etwa „Die Reinigung“, dümpeln ohne Kraft und begleitet von harmlosem Gekrächz wie aus dem Kleiderschrank im Nachbarzimmer vor sich hin, ohne einen einzigen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Insgesamt kann man das als „atmosphärisch“ beschönigen oder schlicht und ergreifend als langweilig bzw. dilettantisch abtun. Nichts gegen raue und irgendwie unfertig anmutende Genre-Kost, aber auch wenn man es schafft, die zahlreichen Mängel dieser knapp 34 Minuten auszublenden, kommt in letzter Konsequenz emotional nichts herüber, und das ist dann kein bloßer Schönheitsfehler mehr.

Mr. Viznat muss sich also wieder auf den Hosenboden setzen – vielleicht zusammen mit Gleichgesinnten, die ihm neue Impulse geben und besser komponieren respektive schrammeln können? -, um sich langfristig im Gespräch zu halten. Bis dahin bleibt „Von fernher in den Untergang“ ein Wegwerfprodukt, so hart sich dieses Urteil auch anhören mag. Zu empfehlen ist diese Demo-CD nur beinharten und unerschrockenen Undergroundlern sowie notorischen Sammlern.