Vredensdal – Fealty of Diabolism

Vredensdal - Fealty of Diabolism

Ein sanftes Meeresrauschen mit einem an betörend-süße Sirenengesänge erinnernden Keyboard-Anstrich (oder sind es doch echte Gesänge?) führt auf die falsche Fährte, ebenso wie die kurz danach einsetzende Gitarrenmelodie, welche an diverse Italo-Western erinnern kann, und zack – auf einmal wird man ganz unverhofft vom allerweltschwärzesten Black Metal der US-Einmachart überrumpelt und kurzerhand erledigt. „Die by the Sword“ ist ein garstiger Opener, der ohne groß zu fackeln gleich zur Sache kommt und dem Titel des Albums entsprechend den Teufel bzw. die New Wave des US-Black-Metals, wie der Künstler Mikael Vredensdal, auch als The Goblin Reaper bekannt, seine Musik bezeichnet, an die Wand malt. Das pumpt gehörig Adrenalin in die Adern und lässt das Blut schnell aufkochen, verstärkter noch ab dem nächsten Track „Frostbitten to Hell“, das mit fiesen Riff-Stakkatos um einiges kriegerischer nach vorne stürmt, was geradezu an norwegische Großtaten erinnert („Ved Midnatt…“ an vierter Stelle lässt hier ganz besonders grüßen!) und praktisch einem Qualitätssiegel gleichkommt. Bei „The Suffering Ghost“ wird es kurzzeitig zwar ein wenig gemächlicher, doch in jedem einzelnen Stück ist die klare Homogenität des Albums unverkennbar herauszuhören. Regelmäßige Auflockerungen mit diversen substanziellen Stilmitteln, was natürlich zu einem Wiedererkennungswert der einzelnen Songs führt, können in diesem aus richtig fetten Gitarren bestehenden Schneesturm aus Wisconsin ebenso wie bei allen guten und wegweisenden Werken als das A(lpha) und O(mega) der stahlharten Klangkonstellationen betrachtet werden. Ritueller Singsang, stampfende Rhythmen im vierten Song „Ved Midnatt…“, etwas Sprechgesang bei „Incumbent Chaos!“, Regengeräusche, geniale Anflüge von Melodien, einige Fetzen Klargesang verbunden mit dem Aufbau einer extrem schattigen Atmosphäre, wie etwa beim Titelstück. Ja, das kann definitiv was! Und weil das Beste immer zum Schluss kommt: Der Leitriff des letzten Tracks „Mistress of Mayhem“ ist so was von genial! Man muss hier aber schon wirklich genau hinhören. „Fealty of Diabolism“ ist nichts für notorische Schnellhörer, die während ihres oberflächlichen Temporausches garantiert viele Details überhören und nicht viel von ihnen mitbekommen, wie z. B. die Schlagzeugarbeit von Lord Mortkin, die hier leider etwas untergeht. In der Zukunft würde ich mir gerade von der Schießbude stärkere Akzente wünschen. Trotzdem, diese von Black Mourning Productions veröffentlichte Scheibe ist eine wirklich lohnende Anschaffung. Bei Bandcamp bereits ausverkauft, ist das limitierte Digipak aber noch über den exklusiven deutschen Distributor TeufelsZeug zu haben. Bei einer Auflage von gerade mal 70 Stück (daneben gibt es auch noch eine gleich hohe Auflage im Jewelcase, mit dem auf Englisch gesungenen Track „Ved Midnatt…“ als Bonus) sollte man hier nicht allzu lange zögern. Und ein tolles Vredensdal-Shirt gibt es dort auch noch, das natürlich ebenfalls exklusiv.