Waldseel – Visions of a Destructive Revelation

Waldseel - Visions of a Destructive Revelation

Unter seinem eigenen Pseudonym Waldseel begeht ein vielbeschäftigter Niedersachse aus dem Umfeld von Erstarren und mehreren anderen Bands bzw. Projekten angeblich schon seit 2008 einen musikalischen Alleingang, doch richtig ernst wurde es ihm damit erst 2012, woraufhin bis heute eine Fülle von Demos, Einzel- und Split-EPs erschienen sind.

„Visions of a Destructive Revelation“ wurde im Juni dieses Jahres von Narbentage Produktionen auf ihre üblichen 66 Kassetten streng limitiert veröffentlicht und enthält Songs, die der Multi-Instrumentalist in der Zeit von 2014 bis 2016 komponierte.

Für Konzerte wird Waldseel unter Hinzunahme von Aushilfsmusikern zu einem Trio, im (Heim?-)Studio handelt es sich um eine typische Sologeschichte mit allem Für und Wider: Man darf den Tunnelblick, mit dem der Einzelkämpfer zu Werke geht, sympathisch finden oder sich über seinen stilistischen Konservatismus im Black-Metal-Kontext ärgern, muss aber neidlos gestehen, dass er die fünf Songs auf diesem Release mit Liebe zum Detail komponiert hat.

Auch wenn Waldseel wahrscheinlich absichtlich klanglich unterbelichtet die Schneepiste hinunter rodelt, sind vor allem das weitschweifige „Hinner jene Döörn op det düstern Holt’s Grund“ und der Titeltrack kurzweilige Stilübungen mit klar herausgearbeiteten Spannungsbögen, von denen man sich zumindest als Genre-Hardliner wiederholt die Gehörgänge durchblasen lassen kann.

Musikalische Innovation zu bieten, geschweige denn tiefere Emotionen zu wecken, das vermag Waldseel zu keiner Zeit, und am Ende geht ihm ein wenig die Puste aus, denn „A New Anticosmic Happening“ ist nicht nur in Hinblick auf seinen Titel (das vieldiskutierte A-Wort…) ein arg abgedroschenes Finale.

Kurzum, „Visions of a Destructive Revelation“ geht als nicht unverzichtbares Ding für Liebhaber des Monochromen und Kratzigen durch… wie eigentlich das Meiste im Programm von Narbentage.