Ovnev – Cycle of Survival (Rezension / Review)

Ovnev - Cycle of Survival
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Die oftmals schön verzwickt-verstrickten und nur schwer lesbaren Metal-Band-Logos sind in den meisten Fällen nicht nur eine reine Augenweide, sie sagen dem geübten Leser meistens auch sofort, in welche Richtung die akustische Reise geht. Deshalb war mir beim erstmaligen Betrachten des Covers von „Cycle of Survival“ mit den dort verarbeiteten Wurzeln, Bäumen und Pentagrammen im Logo direkt klar, dass es sich bei Ovnev definitiv um einen irgendwie mit der Natur in den Zusammenhang zu bringenden Black Metal handeln muss. Also genau meine Wellenlänge, was mir ein kurzer Check zu meiner Freude auch bestätigte. Die CD musste also sofort her, hehehe…

Durch „The Observatory“, den Ausgangspunkt dieser musikalischen Reise, wird man beim Erhaschen der ersten Klänge augenblicklich von einer düsteren Atmosphäre verzaubert, wobei die, irgendwie sonderlich behutsam möchte ich sagen, aufgeworfenen, sich jedoch majestätisch anhörenden Melodien die Vorstellungskräfte des Hörers stark umgarnen können. Das gebirgige Bild auf dem Cover kann dies noch zusätzlich verstärken, und auch das Aufkommen einer gewissen Wanderlust ist nicht ausgeschlossen. Es ist die Lust, mal selbst wieder in die freie Natur hinauszugehen, den Laptop, das Internet, die Uhr und all die anderen Errungenschaften der Zivilisation einfach mal für eine unbestimmte Weile komplett auszublenden, um sich ganz und gar auf das Zwitschern der Vögel und das Surren der Insekten zu konzentrieren sowie die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Denn für solche wichtigen Dinge des Lebens nimmt man sich immer viel zu wenig Zeit! Aber zurück zur Musik… Mit dem zweiten Song „Thrill of Pursuit“ wird diese ein wenig hastiger, irgendwie ruppiger, doch zum gewählten Songtitel passt das hervorragend. In all der Unruhe und schnellen Bewegung tauchen jedoch regelmäßig friedliche Akustikpassagen auf. Besonders das letzte, rein akustische Stück erinnert stark an das wunderbare „The Wind Whispers of Loss“ von Fen. Auch das Flüstern birgt eine gewisse Magie in sich. Diese Passagen, die dem Zuhörer eine kleine Verschnaufpause gewähren, so dass man sein Gehör jedes Mal von Neuem auf den weiteren und etwas beschwerlichen Weg ausrichten kann, scheinen genau wie der simple Kreislauf des (Über)Lebens zu sein, um den es hier geht: Das stetige Auf und Ab. „Prosperous Desperation“ und der Titeltrack schlagen einen ähnlichen Weg wie der zweite Song ein und treiben das bisher Gehörte, vor allem durch die markanten Gitarrensoli, auf den nächstgelegenen Gipfel. Die für den Black Metal typische Kreischstimme liegt dabei eher im Hintergrund, vermutlich um besagte Soli besser hervorheben zu können. Für ein Debüt ist dies eine wirklich verdammt runde Scheibe geworden, die mit artverwandten Bands wie Alda oder Falls of Rauros locker mithalten kann. Sie bietet zwar nur vier vollwertige Songs plus das bereits erwähnte akustische, die Reise ausklingen lassende Outro, aber mit der an die 45 Minuten reichenden Spiellänge bietet die Scheibe genügend Freiraum zum ausgiebigen Träumen oder auch Wandern. Ein weiteres geniales und auch scheinbar perfekt auf das Underground-Label Naturmacht Productions abgestimmtes Musik-Release!

Logos of metal bands, which are often knitted, entangled and hard to read, are in most cases not just an eye candy, but also tell the practiced reader in which direction the acoustic journey is heading. Therefore, when I first looked at the cover of „Cycle of Survival“ with the roots, trees and pentagrams worked into the logo, it was clear to me that Ovnev definitely had to be black metal connected somehow to nature. Exactly my thing – a short check confirmed it to my pleasure. So the CD had to be bought immediately, hehehe…

„The Observatory“, the starting point of this musical journey, is instantly bewitched by a gloomy atmosphere when the first sounds are heard. The melodies, which are somehow very cautious, can be strongly entwined in the listener’s imagination. The mountainous image on the cover intensifies this creating a sense of wanderlust. It’s the desire to go out into nature, to forget about the laptop, the internet, the clock and other new achievements of civilization, just to concentrate entirely on the chirping of the birds and the whirring of the insects as well as enjoying the first warm rays of sunlight. For such important things in life one takes always too little time, I realize immediately. But back to music… With the second song „Thrill of Pursuit“ this becomes a bit hassle, somehow rude, which fits perfectly to the chosen song title. In all the restlessness and rapid movement, however, there are regularly very quiet acoustic passages. Especially the last, purely acoustic piece is reminiscent of the wonderful „The Wind Whispers of Loss“ by Fen. The whispers also contain a certain magic. These passages, which give the listener a small breather, so that one can always adjust his or her hearing to the further and somewhat troublesome way, seem to be just like the simple cycle of the survival, which is the main topic here: The steady up and down. The „Prosperous Desperation“ and the title track strike a similar path as the second song and drive the previously heard, especially through the distinctive guitar solos, to a fairly high peak. The screaming voice typical for black metal is rather in the background, presumably to be able to better emphasize the solos. For a debut this has become a disc that really works it all out and which can easily keep up with related bands like Alda or Falls of Rauros. Although it offers only four full-fledged songs plus the already mentioned acoustic, the out-of-the-way outro, but with the 45 minutes of playing time, the disc offers enough space for extensive dreaming or hiking. Another genius and seemingly perfect release on the underground label Naturmacht Productions!