Pandrador – Smierc Baldura

Pandrador - Śmierć Baldura

Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass die dunkelsten Auswüchse des Metals gerade im erzkatholischen Polen so gut gedeihen. Die Rebellion gegen die Volksverdummung im Zeichen des Kreuzes erfasst immer mehr Menschen, die sich gefühlsmäßig viel mehr zu den alten heimischen Wurzeln hingezogen fühlen, als zu einer aus einer fremden Kultur importierten Religion. Mit Pandrador hat die polnische Metal-Szene einen weiteren paganen Neuzugang zu verzeichnen. Einen, der sich von Gleichgesinnten musikalisch jedoch ein wenig abhebt, denn die vier Jungs aus der südöstlich gelegenen Woiwodschaft Karpatenvorland kombinieren nicht, was in der Regel gemacht wird, Black Metal, sondern einen knallharten und nahezu reinen Death Metal mit der paganen Thematik. Klingt nach einem Spagat, ist es in dem Fall auch. Heißt aber nicht, dass es nicht funktioniert. Das Gegenteil ist eigentlich der Fall: Mit einem Blitzeinschlag, erdigen Trommelklängen und hellem Glockengeläut wird die kurze, in Vinyl-Optik gehaltene Demo-CD „Śmierć Baldura“ (übersetzt „Baldurs Tod“) sehr stilecht eingefädelt, bevor dann bei dem ersten richtigen, nach sich selbst betitelten Song „Pandrador“ tiefgestimmte primitive Gitarren und ein zügelloser Double-Bass-Einsatz ins Rollen kommen. Das zündet richtig heavy und unerwartet, erinnert im Gros an Morbid Angel, etwa wie auf „Gateways to Annihilation“, meinem Lieblingsalbum von den Amerikanern. Auch der Gesang ist ganz klassisch todesmetallisch, tief growlend und sumpfig. Und der pagane Anstrich? Der wird von stimmigen Synth-Effekten und der teils sogar recht melodisch grunzender Stimme getragen. Das nur okkasionell im harten Gebolze aufschimmernd, dafür aber die Kurve wirklich punktgenau ins Atmosphärische nehmend. Bei „Pandrador“ wird mit wenigen Mitteln echt viel aufgefahren. Das ist Kunst, und die gefällt! Bei den beiden weiteren Songs „Śmierć Baldura“ und „Valgrind“ kommt dieser Aspekt dann leider etwas spärlicher vor, aber die verzwickte Rhythmus-Frickelei im Double-Bass-Inferno entschädigt auf voller Linie. Vorausgesetzt mag steht auf so einen ruppigen und grobschlächtigen Sound. Und auch wenn man sich hier wirklich sehr nah am großen Vorbild bewegt, macht diese kurze Scheibe einfach nur Spaß. Gut gehämmert Pandrador, kann ich da bloß zu sagen. Ich bin zumindest auf Weiteres sehr gespannt!