Regnum Noricum – Norici Erbo

Regnum Noricum - Norici Erbo

Kampfeslärm hallt aus dem Süden und das Königreich der Noriker erhebt sich gegen seine römischen Besatzer. Keltische Krieger streifen durch die Wälder und spähen das feindliche Feldlager aus, um den bestmöglichen Angriffspunkt zu finden. Und dann heißt es: Zuschlagen! Dieses Bild vermittelt uns das Cover des selbstproduzierten Debütalbums „Norici Erbo“ der Österreicher Regnum Noricum (Königreich Noricum) und macht Lust auf die bevorstehende Schlacht.

Celtic Black/Death Metal braust mir aus meiner Anlage entgegen, und je öfter ich die im Oktober 2017 erschienene Scheibe höre, desto besser weiß sie mir musikalisch zu gefallen. Die Musik macht an sich einen feinen Old-School-Eindruck und erinnert an frühe Unleashed und Bolt Thrower, nur halt mit Black-Metal-Elementen und schneller. Vor allem die Stimme von Frontmann Balor hat es mir sehr angetan. Gut durchdachte Melodien runden das Geprügel ab, schaffen es aber leider nicht wirklich für Abwechslung zu sorgen. Ich habe ein wenig den Eindruck, dass alles irgendwie einfach so runtergerattert wird, und gerade wenn man sich in ein Lied reingehört hat und anfängt mit dem Kopf zu nicken, ist es auch schon wieder vorbei. Acht Songs bringt die Platte mit sich, welche aber nach nur 32 Minuten Laufzeit leider schon zu Ende ist. Was ich damit sagen möchte ist, dass die Lieder viel Potenzial mitbringen, aber einen in gewisser Weise unfertigen Eindruck machen. Man könnte da viel mehr rausholen, erweitern und ein wenig mehr… Herzblut!?… reinstecken.

Textlich und thematisch geht es natürlich (wie könnte es anders sein?) um den Kampf zwischen Römern und Kelten. Ja, das kann man in dem ein oder anderen Lied verwenden, aber das ist doch wohl lange nicht alles, wenn man sich mit seiner heimatlichen Historie beschäftigt. Das gesamte Album hindurch geht es hier um nichts anderes als um fiktive Schlachten gegen Römer, und das ist mir persönlich einfach zu stumpf. Ich empfehle in Zukunft ein wenig mehr (belegte!) Geschichte der Noriker einzubringen und auch den mythologischen Anteil, welcher die keltischen und germanischen Stämme weitaus mehr prägte als es ihre Kriege taten, in die Texte mit einzubinden.

Fazit: Trotz einiger Kritikpunkte steckt in „Norici Erbo“ viel Potenzial, und ich bin auf weitere Werke von Regnum Noricum sehr gespannt. Ich behalte die Truppe im Auge… Ich denke, es lohnt sich.