Time Lurker – Time Lurker (Rezension / Review)

Time Lurker
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Als erstes mal vorweg: Time Lurker sind absolut geiler Scheiß! Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber das war mein erster Gedanke, als ich das Album erneut unter meinem Stapel von CDs, die auch noch besprochen werden möchten, auf der Anlage wiederfand. Angeblich soll sich die CD wohl aus zwei zuvor veröffentlichten EPs namens „I“ und „II“ zusammensetzen. Seltsamerweise habe ich zu Letzterer keinerlei Infos im Netz gefunden. Selbst im umfangreichen Metal-Archiv wird nur die erste EP gelistet. Die selbstbetitelte Scheibe des französischen Ein-Mann-Spezialisten für abgefahrenen Auf-die-Fresse-Atmospheric-Black-Metal kann sich neben szenebekannten Bands wie Women is the Earth oder Altar of Plagues jedenfalls echt hören lassen. Der Stil erinnert mich im Song „Judgment“ (mein Anspieltipp) stark an die bereits aufgelöste Band Wodensthrone: Raserei, in Kombination mit einer Prise Progressivität sowie die von mir allseits favorisierten melodieführenden, post-ähnlichen Gitarrenelemente, die sich schlichtweg durch den Großteil des Albums ziehen. Gesanglich, muss ich gestehen, musste ich mich erst etwas eingewöhnen, was Micks Stimme anbelangt. Das ist nichts für schwache Gemüter. Wobei sich die schreiende Art der Vocals, als ob er grad gequält und gleich geschlachtet wird, tatsächlich sehr gut in das kosmische Gewand aus Emotionen und Dramaturgie einfügt. Hat man sich einmal damit abgefunden, gibt es kein Zurück mehr. Die Scheibe packt einen einfach von Anfang an bei den Eiern und zerrt einen immer weiter in ein tiefes, dunkles Wurmloch. Die Kontraste aus hellen und dunklen musikalischen Elementen sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt. Insofern könnte man Time Lurker tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal zusprechen, denn in der Form (eines Wurmlochs) habe ich Black Metal noch nicht erlebt. Auch wenn „Passage“ und „Whispering From Space“ etwas gemächlicher abgehen und meiner Meinung die schwächsten der Songs zum Ende der CD sind, so wird man anfangs doch von „Rupture“ bis zu „No Way Out From Mankind“ mit geilen Riffs und einer fantastischen Mischung von Atmospheric Black Metal bombardiert. Man bekommt davon einfach nicht genug! Auch jetzt nach dem x-ten Durchlauf, läuft mir das Wasser in den Ohren zusammen. Trotz der speienden Bosheit ist das Album doch irgendwie catchy. Das Wort passt zwar im Grunde nicht zu Black Metal, aber wenn man extreme Musik, die hängen bleibt, mag, sollte man Time Lurker mal antesten!
One thing first: Time Lurker are absolutely cool shit! Sorry for my expression, but that was my first thought when I found the album again under my stack of CDs, which also will be discussed. Supposedly, the CD is composed of two previously released EPs called „I“ and „II“. Strangely, I have found no information for the last one in the web. Even in the extensive metal archive, only the first EP is listed. The self-titled disc of the French one-man specialist for exhilarated on-the-face-atmospheric-black-metal can be heard in addition to well-known bands such as Women is the Earth or Altar of Plagues. The style strongly reminds me of the already split-up band Wodensthrone in the song „Judgment“ (a good recommendation yet): Furiousness, in combination with a pinch of progressiveness as well as the melody-leading, post-like guitar elements which you can discover on the whole album. Regarding Mick’s voice, I must confess, I had to get used to it. This is not for the weak minds. While the screaming kind of vocals, as if he is just tortured and slaughtered at the same time, actually fits very well into the cosmic garb of emotions and dramaturgy. Once one has accepted, there is no turning back. The disc gets you from the beginning by the balls and drags you ever further into a deep, dark wormhole. The contrasts of light and dark musical elements are simply perfectly matched. Thus, one can actually say, that’s an unique feature for Time Lurker, because in this kind (of a wormhole) I haven’t experienced black metal yet. Even if „Passage“ and „Whispering From Space“ are a bit more leisurely and in my opinion the weakest of the songs at the end of the CD, then you are initially bombed by cool riffs and a fantastic blend of atmospheric black metal from „Rupture“ to „No Way Out From Mankind“. You just can’t get enough of it! Even now after the x-th listening, the water in my ears runs together. In spite of the malicious wickedness, the album is somehow catchy. The word does not fit into black metal very well, but if you like extreme music that stays in mind, you should try Time Lurker!