Vemod – Venter på stormene (Rezension)

Vemod - Venter på stormene

Bereits seit AD 2000 geistert die norwegische Black-Metal-Formation Vemod durch den Metal-Äther, hat aber, von zwei Demos und einer Split mal abgesehen, bisher nur ein einziges Full-Length-Album in ihrer Diskographie vorzuweisen, welches zudem erst 2012 erschienen ist. „Venter på stormene“, zunächst beim einheimischen Label Terratur Possessions und später erneut bei Prophecy Productions erschienen, besteht aus nur vier Songs, aber diese reichten scheinbar völlig aus, um der Band einen nicht abzusprechenden Kultstatus zu bescheren. Was ist aber so besonders an dem Dark Ethereal Metal von Vemod? Sind es diese spitzfindigen und repetitiven, in dem massiven, alles überdeckenden stürmischen Gitarren- und Schlagzeug-Gewitter eine gewisse Sicherheit versprechenden und auf den Zuhörer womöglich (unbewusst) beruhigend wirkenden Melodien? Das wird es sein! Denn so ein gewagter Spagat zwischen dem Krach tosender Urgewalt und dem Frieden meditativer Entspannung gelingt nur in den seltensten Fällen einigermaßen. Hier aber exzellent! So empfunden, kann dieses Gesamtwerk als eine Art kosmische Messe verstanden werden, vielleicht als eine der Schöpfungskraft huldigende Liturgie, bei der man die Seele kurzzeitig in den Himmel emporsteigen lässt. Der letzte Song „Å stige blant stjerner“ gleicht beispielweise einem Sternenritt, einem Aufbruch in das große Unbekannte, in die Kälte und die Finsternis des Alls… Ein (individueller) Sinneseindruck, der sicherlich durch die fremdartig hallenden Keyboardklänge noch intensiviert wird. Wer dieses Gefühl, das ich gerade zu beschreiben versuchte (was mir natürlich nur unzureichend gelingen konnte), auf der eigenen Haut spüren möchte, der muss sich Vemod unbedingt mal live ansehen. Ich tat dies beim ersten und zweiten Prophecy Festival, und kann nur bestätigen, dass die norwegischen Burschen in echt noch eine ganze Ecke besser und voluminöser als auf der CD klingen, denn die Gewalt, die sich bei ihrer Performance auf der Bühne entfaltet, lässt sich nie und nimmer auf ein Stück beschichtetes Plastik unterbringen. No way man!

Mit „Venter på stormene“, was so viel wie „Das Warten auf den Sturm“ bedeutet, haben Vemod ein ganz tolles und bis dahin wohl auch einzigartiges Konzept abgeliefert, so dass es kein Wunder ist, das dies viele Nachahmer auf den Plan gerufen hat. Doch den Meistern des ausdrucksstarken Minimalismus wird sicherlich keiner so schnell das Wasser reichen können!