Welicoruss – Az Esm‘

Welicoruss - Az Esm'
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Wenn es eine Band gibt, die mindestens genauso aktiv wie der Teufel selbst ist, dann ist es wohl Welicoruss, ursprünglich aus Sibirien stammend, nun in Prag ansässig. So viel wie diese Jungs in der letzten Zeit getourt sind, stets auf der Jagd nach neuen Seelen, die ihrem symphonischen Pagan Black Metal mit Haut und Haar verfallen, so viele Konzerte, wie sie bestritten haben, sowohl im großen wie auch ganz kleinen Rahmen, wie beispielsweise im Magnapop in Krefeld, wo ich jüngst zugegen war, das ist schon wirklich verdammt nah an den äußersten Grenzen des Machbaren wie (sicherlich auch) der Erschöpfung. Alexey Boganov, der kreative, und auch hinter dem Mikro brüllende Kopf hinter Welicoruss, lässt wohl keine Gelegenheit aus, um seine Band Millimeter für Millimeter nach vorne zu bringen. Solch eine Ausdauer wird aber belohnt, denn mittlerweile dürfte auch hierzulande wohl jeder den Namen dieser sibirischen Horde vernommen haben. Da die Jungs schon sehr fleißig am nächsten Album feilen, muss ich mich beeilen, um noch schnell ein paar Worte zu „Az Esm'“ loswerden zu können.

Während mich das erzählerische Intro mal wieder zu so traditionellen russischen Märchenklassikern wie z. B. „Väterchen Frost“ abschweifen lässt, fegt der nicht nur symphonisch sondern auch recht spürbar orchestral anstürmende Titeltrack, was einen bombastischen Einschlag hinterlässt, wie eine erfrischende Eiswasserwoge über einen hernieder. Ein Blick auf die ellenlange Liste der Gastmusiker erklärt sofort diese musikalische und stimmliche, gelegentlich auch mit holder Weiblichkeit verzierte Klangvielfalt. Bei der Live Performance sirren all diese Zusätze verständlicherweise nur als Playback aus den Boxen, doch dafür kommt die Musik auf der Bühne um einiges basslastiger daher. Die vier Mannen geben von Anfang an richtig Vollgas und schaffen es locker das Publikum mit ihrem Kampfgeist zum Mitmachen anzustacheln, so dass die Rüben nur so fliegen. Bei so Nummern wie „Sons of the North“ oder „Bridge of Hope“ ist es eigentlich auch so gut wie unmöglich wie angewurzelt auf der Stelle stehenzubleiben. Die melodische Dynamik reißt jeden, der nur ansatzweise einen Funken Rhythmusgefühl im Bauch hat, einfach mit. Widerstand ist zwecklos, jeder wird mit der Spielfreude dieser Band in Brand gesetzt! Dies ist die wahre Stärke von Welicoruss, welche diese Kapelle auch so sympathisch macht. Auf der CD kommt dieses Gefühl ein wenig abgeschwächt daher, aber immer noch stark genug, um seine wahre Freude damit zu haben. Die sehr schön aufgemachte CD mit dem Schmetterlingsmuster auf dem Cover kann von daher wirklich jedem Metalhead mit gutem Gewissen empfohlen werden, vor allem aber denen, die auf slawische Acts wie z. B. Aura, Nokturnal Mortum oder Arkona voll abfahren.

If there is a band that is at least as active as the devil himself, then it is probably Welicoruss hailing from Siberia and now located in Prague. As much as these guys have been touring lately, always on the hunt for new souls who fall for their symphonic pagan black metal, as many concerts they have done (on both large and small stages such as in the Magnapop in Krefeld where I have been recently), this is really damn close to the extreme limits of the makeable and (certainly) of exhaustion. Alexey Boganov the creative and also the roaring head behind Welicoruss, probably tries to bring his band step by step forward. But such persistence is rewarded, because in the meantime everyone in this country has probably heard of this Siberian Heathen Horde. Since the guys are already working hard on the next album, I have to hurry up to get rid of a few words about „Az Esm'“.

While the narrative intro reminds me again of such traditional Russian fairy tales like „Father Frost“, the symphonic, but also orchestral and storming title track sweeps over ones head like a refreshing wave of icy water and leaves a bombastic impact. A look at the long list of guest musicians immediately explains the musical and vocal variety of sounds, sometimes also decorated with graceful femininity. It’s understandable that during the live performance all of these additions are just a playback from speakers, but for that the music on stage is much more bass-heavy. Right from the start, the four men give full throttle and make it easy to incite the audience to join in with their fighting spirit, so that heads are banging. With such tracks like „Sons of the North“ or „Bridge of Hope“, it’s actually almost impossible to stand still. The melodic vitality simply catches everyone who’s got just a hint of rhythm in his veins. Resistance is pointless, everyone is set on fire with the enthusiasm of this band! This is the true strength of Welicoruss, which makes this band so sympathetic. On CD this feeling is a bit less, but still strong enough to have fun with it. The beautifully made CD with the butterfly pattern on the cover can therefore be recommended to any metalhead with a clear conscience, but especially to those who are fully interested in slawic acts such as Aura, Nokturnal Mortum or Arkona for example.